Geschädigter erhält auch unnötige Reparaturen ersetzt – aber…

Der Sachverhalt

Nach einem Haftpflichtschaden war die zur Zahlung verpflichtete Versicherung nicht bereit den Schadenumfang vollständig zu begleichen. Der Versicherer vertrat die Auffassung, dass die Kosten der Reparatur zu hoch wären gemäß seinem Prüfbericht. Einige Reparaturpositionen wurden sogar gänzlich als nicht notwendig deklariert.

So kam es zur Klage vor dem AG Köln bezüglich der restlichen nicht ausgeglichenen Kosten. Am 30.12.2020 entschied das Amtsgericht Köln (AZ: 276 C 133/20) schlussendlich, dass die offenen Kosten durch die Versicherung auszugleichen sind.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass der Geschädigte technischer Laie ist und es diesem von daher nicht möglich ist, Gutachten und Rechnung zu prüfen. Hiernach richtet sich entsprechend auch das Wirtschaftlichkeitsgebot, welches der Geschädigte berücksichtigen konnte. Ebenfalls stellte das Gericht fest, dass es darum gehe, was dem Geschädigten selbst als wirtschaftlich vernünftig erscheint. Der Geschädigte hat grundsätzlich das Recht auf den Gutachter und die Fachleute im Reparaturbetrieb zu vertrauen.

Somit ist die Versicherung auch verpflichtet überteuerte oder unnötige Reparaturpositionen auszugleichen!

Risiko für den Reparaturbetrieb

Solch ein Urteil hört sich für Geschädigte und deren Autohaus oder Reparaturbetrieb erst einmal klasse an. So manch ein Unternehmer fühlt sich schon fast in alte Zeiten, in denen angeblich alles soviel einfacher war, zurückversetzt.

Das hiesige Urteil ist allerdings nur für den Geschädigten positiv zu bewerten, jedoch für den Reparaturbetrieb birgt es große Risiken. Das Gericht stellte ebenfalls rechtmäßig fest, dass der Geschädigte wegen möglicher Bereicherungs- oder Schadensersatzansprüche diese an den Versicherer abtreten müsse.

Das bedeutet: Die Versicherung hat nun über 3 Jahre lang die Möglichkeit, gemessen ab Rechnungsdatum, den Reparaturbetrieb auch vor Gericht in Regress zu nehmen. Eine Praxis, welche bei Versicherungen auf Grund ihres Erfolgs immer beliebter wird.

Hierbei ist es eine typische Vorgehensweise der Versicherer, nicht sofort zur Tat zu schreiten, sondern dieses erst am Ende des möglichen Zeitraum zu erledigen. Wenn der Reparaturprozess dann vielleicht schon 3 – 4 Jahre in der Vergangenheit liegt, ist es meist so, dass in vielen Reparaturbetrieben sich niemand mehr konkret an Details zum Vorgang erinnern kann. Möglicherweise sind auch die Mitarbeiter, welche am Auftrag beteiligt waren, zwischenzeitlich aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Weitere Schwierigkeiten für den Reparaturbetrieb: Jeder Handgriff, sowohl im Umfang als auch zeitlich, muss belegt werden können. Ebenfalls sind schriftliche, vertragliche Abmachungen und Verträge wichtige Beweismittel gegen derartige Regressforderungen. Sind diese nicht entsprechend rechtssicher gestaltet und dazu noch auf alle betrieblichen Abläufe abgestimmt oder sogar unauffindbar, so kann es für das Autohaus oder den Reparaturbetrieb wirklich teuer werden.

Anwälte, Gerichtskosten und Gerichtsgutachten kosten schnell weit mehr als zuvor sicher geglaubte Umsätze und Erträge. Dass neben den  Regressforderungen zusätzlich noch eine entsprechende Verzinsung (üblicher Weise 5 Prozentpunkte über dem Nominalzinssatz) gefordert werden kann, die ebenfalls teuer zu Buche schlagen kann, wird im Vorfeld oftmals auch nicht bedacht. So wird aus einer ursprünglichen positiven Marge schnell ein Verlust von tausenden von Euros.

Wie viele potentielle Regressforderungen auf Autohäuser und Reparaturbetriebe zukommen können ist sicher sehr unterschiedlich. Bei einem kleinen Autohaus mit gerade einmal 150 Schadenfällen jährlich geht es dann bereits um über 500 potentielle Regressforderungen durch Versicherer.

Ein Wert, den selbst ein gesundes Unternehmen schnell ins Wanken bringen kann. Der enorme personelle Aufwand, welcher intern vorab für Recherchen zur damaligen Schadenabwicklung im eigenen Unternehmen notwendig ist, kann ebenfalls nur schwer vorausgesagt werden.

Expertenlösung

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