Keine Bagatellschadengrenze bei Totalschaden

Zur Ausgangsituation:

Jeder Kundenberater hat es schon erlebt: ausgerechnet der Kunde mit dem vermutlich wertlosesten Fahrzeug im Kundenkreis wurde Geschädigter eines Unfallschadenereignisses.

Der Wiederbeschaffungswert des Kundenfahrzeugs lag vor dem Unfallereignis schon klar unter der Bagatellschadengrenze von 715 EUR. Ohne Frage, nahezu jeder noch so kleine Schaden liegt bereits klar über dem Fahrzeugwert.

Nun ist der richtige Weg alles entscheidend, um dem Kunden wirklich helfen zu können.

Über die Frage, ob der Weg der Begutachtung auch bei einem solch geringwertigen Schaden, bzw. Wiederbeschaffungswert zulässig ist, musste das Landgericht Darmstadt am 05.07.2013 (AZ 6 S 34/13) entscheiden.

Zum Sachverhalt:

Der Geschädigte hatte den Haftpflichtschaden an seinem Fahrzeug begutachten lassen und die Versicherung lehnte die vollständige Erstattung ab.

Der Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges betrug lediglich 300 EUR bei einem Schaden von 400 EUR und einem Restwert von 20 EUR.

Urteil und Begründung des Gerichts:

Vorerst hatte das zuständige Amtsgericht fälschlicher Weise die Klage auf Kostenerstattung abgewiesen. So urteilte das LG Darmstadt jetzt, dieses nun vollständig und endgültig im Sinne des Geschädigten.

Das nun zuständige LG Darmstadt als Berufungsinstanz begründete wie folgt: Der Geschädigte hat bei einem möglichen Totalschaden grundsätzlich das Recht einen Sachverständigen mit der Begutachtung zur Beweissicherung zu beauftragen.
Es ist dem Geschädigten auch bei einer geringen Schadenhöhe das Risiko nicht zumutbar, dass der Unfallgegner beziehungsweise dessen Haftpflichtversicherer einen Kostenvoranschlag als unzureichend erachtet.

 

Zudem habe ein Geschädigter auch bei älteren Fahrzeugen mit hoher Laufleistung stets Interesse und Anspruch darauf, die Relation zwischen Reparaturschaden und Totalschaden prüfen zu lassen.

Ausschließlich im Rahmen eines Gutachten sind diese Werte belegbar.

Ebenfalls stellt das Einschalten eines Gutachters keinen Verstoß gegen die Schadenminderungspflicht dar, so das zuständige Gericht.

Hinweis für Kundenberater:

Die Bagatellschadengrenze ist kein fester Grenzwert. Insbesondere wenn die Möglichkeit einer Reparatur oder Totalschadenabrechnung bestehen könnte, ist es immer notwendig ein geeignetes Gutachten erstellen zu lassen, um dem Kunden die Auswahlmöglichkeit überhaupt erst zu ermöglichen.

Des Weiteren ist es der einzig rechtssichere Weg ein Beweismittel für eventuelle, spätere Rechtstreitigkeiten zu erhalten. Die Kosten des Gutachtens sowie auch eines geeigneten Rechtsanwalts sind von der Gesetzgebung und Rechtsprechung auf Seiten des Schädigers, bzw. dessen zur Zahlung verpflichteter Versicherung zu sehen.

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