Kosten für den Reparaturablaufplan abrechnen?

Vorwort:

Die Erstellung eines Reparaturablaufplans ist für viele Autohäuser eine eher lästige Pflicht. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine derartige Aufstellung seitens der Versicherung gefordert wird.

Ist dann jedoch die Auftragsgestaltung rechtssicher, so kann der Reparaturablaufplan wenigstens erfolgreich in Rechnung gestellt werden.

Was jedoch in den Fällen, wo ein Reparaturablaufplan ohne konkrete Bestellung durch die Versicherung in Rechnung gestellt wird?

Zum Sachverhalt:

Im hier dokumentierten Schadenfall beauftragte der Geschädigte die Erstellung eines Reparaturablaufplans. Die zur Zahlung verpflichtete Versicherung war nicht gewillt die Dauer der Reparatur anzuerkennen.

Um die Streitigkeit zu beenden, ließ der Geschädigte durch einen Reparaturablaufplan die berechtigte Dauer des Ausfallschadens durch sein Autohaus belegen.

In Folge dessen war die Versicherung bereit die Ausfallkosten zu erstatten. Nicht jedoch die nun angefallenen Kosten des Reparaturablaufplans.

Der Versicherer argumentierte, dass der Reparaturablaufplan nicht explizit angefordert worden wäre und somit eine Erstattung ausgeschlossen sei. Der Geschädigte entschied sich diese Argumentation gerichtlich prüfen zu lassen.

Urteil:

Das Amtsgericht Siegburg urteilte (6.3.2019 – AZ 108 C 136/18) schließlich über die Erstattungsfähigkeit der Kosten des Reparaturablaufplans und entschied, dass die Kosten zu erstatten sind.

Begründung:

Das Gericht stellte fest, dass der Versicherer tatsächlich keinen Reparaturablaufplan explizit angefordert hatte. Jedoch hatte dieser die Reparaturdauer als zu lange eingestuft.

Um diese Behauptung der Versicherung zu widerlegen, hatte der Geschädigte die Erstellung des Reparaturablaufplans beauftragt.

Er konnte damit den Nachweis über die tatsächliche Reparaturdauer erbringen.

Nach Ansicht des Gerichts reichte dies bereits aus, um die Zahlungspflicht des Versicherers auszulösen.

Die Expertenlösung

Ohne eine geeignete Beauftragung der Nebenleistungen ist es dem Versicherer jedoch weiterhin möglich, die erforderliche Kostenhöhe des Reparaturablaufplans mitunter erfolgreich in Zweifel zu ziehen. Mit IMD-CONNECT wird auch die Kostenregelung für eventuell notwendige Reparaturablaufpläne rechtssicher geregelt.

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