Prüfbericht nicht geeignet Reparaturnotwendigkeit in Zweifel zu ziehen

Der Sachverhalt:

Die Überprüfung von Gutachten mittels „Prüfbericht“ hat zur Folge, dass oftmals eine deutlich geringere Summe zur Regulierung freigegeben wird, wie ursprünglich durch den Sachverständigen beziffert wurde.

So wird der Sachverständige zunächst in ein schlechtes Licht gestellt und gerne wird pauschal unterstellt, der Gutachter hätte überzogen kalkuliert. Jene Prüfberichte, welche oftmals fälschlich als „Gegengutachten“ bezeichnet werden, sind üblicherweise nicht von einem echten Sachverständigen erstellt, sondern durch maschinelle Prüfsoftware.

Ebenso wenig hat der Ersteller die dafür notwendige, persönliche Inaugenscheinnahme des zur Rede stehenden Unfallschadenfahrzeugs durchgeführt. Es wird also zumeist „ins Blaue hinein“ argumentiert.

Im Rahmen der fiktiven Abrechnung ist diese Vorgehensweise ein oftmals gerichtlich geduldeter Weg, bei dem es zu wesentlichen Einsparungen für die zur Zahlung verpflichtete Versicherung kommen kann, insbesondere dann, wenn mit einem günstigeren aber fachlich und räumlich geeigneten Alternativreparaturbetrieb kalkuliert wird.

Was bedeutet dies in der Praxis für den Reparaturbetrieb?

Für Reparaturbetriebe und Autohäuser ist ein solcher Prüfbericht in der Regel von keinerlei Bedeutung!

Erste Urteile, dass Prüfberichte keine Gegengutachten in diesem Sinne sind, liegen bereits vor. So sagt das Urteil vom AG Ebersberg vom 16.10.2017 – 9 C 593/17 wörtlich:

„Ein Prüfbericht, der noch dazu ohne jegliche Besichtigung des beschädigten Fahrzeugs erstellt wird, ist nicht geeignet, die durch das Schadengutachten festgestellte Reparaturnotwendigkeit in Zweifel zu ziehen.“

Ein Prüfbericht wird nach Vorgabe der Versicherung durch einen Prüfdienstleister erbracht. Ob die Ausführungen im Prüfbericht fachlich und oder rechtlich korrekt sind, spielt hierbei keinerlei Rolle. Ebenso wenig kann ein Qualifikationsnachweis des Erstellers des Prüfberichts erbracht werden. Es handelt sich üblicherweise lediglich um das reine abarbeiten der Vorgaben des Auftragsgeber, der zur Zahlung verpflichteten Versicherung also.

Hinweis:

Sollte ein Gutachten dennoch einmal einen Fehler enthalten, so trägt dieses Risiko tatsächlich die gegnerische Versicherung. Selbst bei massiven Fehlern, bei welchen grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann, wäre die gegnerische Versicherung zunächst zur Zahlung und zum ermittelten Schadenausgleich verpflichtet.

Allerdings hat die entsprechende Versicherung im Nachhinein die Möglichkeit, den zuständigen Sachverständigen oder auch den Reparaturbetrieb in Regress zu nehmen. Genau diese gesetzliche Regelung der Haftung des Sachverständigen und Reparaturbetriebes  verhindert entsprechenden Missbrauch, welcher immer wieder gerne von den Versicherern als Argument ins Feld geführt wird.

Die Hauptursache warum diese Verfahren durch Reparaturbetriebe und Autohäuser verloren gehen, ist die mangelnde oder gar fehlende Dokumentation von Reparaturen, sowie deren spätere Nutzbarkeit, bzw. Auffindbarkeit.

Es können unter Umständen 3 – 4 Jahre ab Reparaturende vergehen bis ein solcher Nachweis erforderlich wird.

Expertenlösung:

Da heutzutage das Gutachten alleine nur noch bedingt zur erfolgreichen Schadenabwicklung ausreicht, ist die kombinierte Nutzung mit der Onlinesoftware IMD-CONNECT.PRO sowie der dazugehörigen Kunden- und Mitarbeiterapp IMD-CONNECT.APP für Ihr Unfallschadenmanagement der ideale Weg um einfach, strukturiert und rechtssicher aufgestellt zu sein.

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