Unfallersatzwagen sicher abrechnen

Sachverhalt

Insbesondere bei Haftpflichtschäden ist die Abrechnung der Kosten eines Unfallersatzwagens für viele Autohäuser und Reparaturbetriebe nahezu zum Glücksspiel geworden. Es scheint nahezu egal, welcher Betrag für den Unfallersatzwagen in Rechnung gestellt wird – irgendein Versicherer hat immer etwas auszusetzen.

Auch die Verwendung der Schwacke, Fracke oder der Fraunhofer Preisliste kann keinen reibungslosen Ablauf garantieren. Um die grundsätzliche Problematik dieser Preislisten zu verstehen, ist ein kleiner Rückblick in deren Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte notwendig.

Rückblick

Ende der 90er Jahre hatte es sich allmählich unter nahezu allen wichtigen Autovermietern herumgesprochen, dass Versicherer im Rahmen der Unfallersatzwagenabrechnung unverhältnismäßig hohe Rechnungsbeträge ausgleichen.

Die damalige Rechtsprechung ermöglichte im Rahmen des Schadenersatzrechts die erfolgreiche Durchsetzung derartiger Rechnungsbeträge. Bereits damals war es regelmäßig an der Tagesordnung selbst für einen Golf 3 mit 60 PS über 500 DM Tagesmiete abzurechnen.

Dass die Versicherer diesem Geschäftsmodell nicht dauerhaft tatenlos zuschauen würden, war absehbar. Am 12. November 2004 beendete der Bundesgerichtshof per Urteil die Pflicht zum Ausgleich solch unverhältnismäßiger Rechnungsbeträge für Unfallersatzwagen.

Für die Vermieter von Unfallersatzwagen ein schwarzen Tag, denn ab sofort waren die Geschädigten zur Marktrecherche verpflichtet und der Schwacke-Mietwagenpreisspiegel galt als Anhaltspunkt für die Verhältnismäßigkeit der regionalen Mietpreisabrechnung im Unfallersatzwagengeschäft

Statt wie zuvor den Mietpreis nach belieben zu bestimmen, war nun per Urteil der Preis an die regionale Üblichkeit gebunden. In Folge dessen sanken die Margen an den Vermieteinnahmen im Unfallersatzgeschäft erheblich.

die Schwackeliste

Um die Umsätze wieder in die gewünschte Richtung zu lenken, wurde von den Autovermietern bei den regelmäßigen Preisabfragen durch Schwacke einfach ein deutlich höherer Mietpreis angegeben, im direkten Vergleich zum Preis, der bei Selbstzahlern zur Anwendung kam.

So war es möglich, die eigenen regionalen Werte künstlich nach oben zu treiben, um sich später dann wieder auf diese berufen zu können. Nach wenigen Jahren waren die Werte der Schwackeliste in weiten Teilen damit ins Absurde getrieben worden.

Fraunhofer Marktpreisspiegel

Den markttechnischen Gegenpart zum Schwacke Automietpreisspiegel stellt der Fraunhofer Marktpreisspiegel dar.

Dieser sammelt seine Daten grundlegend durch Internetrecherchen und wird ebenfalls jährlich neu herausgegeben. Da hier aber auch sogenannte Lockangebote, sowie keine dazugehörigen Nebenkosten, erfasst werden, ist der sich daraus ergebende Durchschnittswert als ebenso wenig marktabbildent wie die Schwackeliste einzustufen.

Die Frackeliste

Immer mehr Gerichte erkennen die Problematik der beiden Listen und entscheiden, dass weder die Schwacke noch die Fraunhofer Liste ein realistisches Abbild des Marktgeschehens darstellen. Es zeigt sich bei einer zunehmenden Anzahl von Gerichten eine klare Abkehr von der Schwackeliste. Mangels stichhaltiger Marktabbildungen kommt es immer öfter zu einer sogenannten Mittelwertberechnung und Festlegung durch Gerichte.

Hierbei wird einfach der Mittelwert aus diesen beiden Listen gebildet. Dieses geschieht bereits derart häufig, dass diese Methode bereits einen „eigenen“ Namen bekommen hat: der Frackewert. Eine Wortschöpfung aus Fraunhofer und Schwacke.

In der Praxis

Eine sichere Lösung – das ist es, was sich alle Unfallersatzwagen-Vermieter wünschen, egal ob Autohaus oder Reparaturbetrieb. Derzeit ist es von Gericht zu Gericht und Richter zu Richter unterschiedlich, welchen Schadenersatz diese für Unfallersatzwagen zubilligen. Ein Rechtszustand, der das Vermieten von Unfallersatzwagen zu einem gewissen Risikogeschäft hat werden lassen.

Grundsätzliches

Um hier einen regelmäßig zuverlässigen Weg der Abrechnung zu finden, ist ein massives Umdenken von vergangener zu aktueller Gesetzgebung und Rechtsprechung erforderlich. Noch immer stellen sich viele Autohäuser und Reparaturbetriebe aus Unwissenheit als eine Art von „Ersatzgeschädigten“ für Ihre Kundschaft bereit.

Dies geschieht auch mit Unterstützung von Rechtsanwälten, obwohl die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die erfolgreiche Beschreitung dieses Weges bereits 2016 nahezu unmöglich gemacht hat.

Ausschließlich der Geschädigte hat Anspruch auf Schadenersatz! Nicht das Autohaus und auch nicht der Reparaturbetrieb oder Autovermieter.

Es besteht kein Vertragsverhältnis zwischen dem Autohaus bzw. Reparaturbetrieb und der Versicherung des Schädigers (Ausnahme ggf. Schadensteuerungsbetriebe). Ausschließlich der Kunde ist der Vertragspartner.

Expertenlösung

Über unsere Onlinesoftware IMD-CONNECT.PRO sowie der dazugehörigen interaktiven Kunden- und Mitarbeiterapp IMD-CONNECT.APP besteht für Autohäuser und Reparaturbetriebe eine einfache, strukturierte und rechtssichere Möglichkeit, um auch im Unfallersatzwagengeschäft planbar und zukunftssicher aufgestellt zu sein.

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